Schleppleine für Welpen?

Ein neuer Welpe zieht ein. Die Vorfreude ist groß, deswegen wird im Vorfeld natürlich auch alles gekauft, was so ein kleines Hundebaby in seinem neuen Zuhause benötigt.

Muss man für einen Welpen eine Schleppleine haben?

Aber wie sieht es mit einer Schleppleine aus? Gehört eine Schleppleine zum Hundezubehör, dass man auf jeden Fall mit Ankunft des Welpen im Haus haben sollte?

Grundsätzlich ist zu sagen, dass viele Welpen einen instinktiven Folgetrieb mitbringen. Das heißt, sie achten sehr darauf, die Bezugsperson/en nicht aus den Augen zu verlieren und sind entsprechend darauf bedacht, in der Nähe ihrer Menschen zu bleiben. Logisch: Ein Wolfswelpe, der sich zu weit von der heimischen Höhle bzw. dem Rudel entfernt, lebt schließlich sehr gefährlich.

Mit dem Folgetrieb arbeiten

Entsprechend kann man sich diesen Folgetrieb des Welpen zunutze machen und beispielsweise schon erste Grundlagen für einen späteren, zuverlässigen Rückruf legen. In geeigneter Umgebung kann der Welpe also leinenlos seine Umwelt erkunden und gleichzeitig lernen, auf seinen Menschen zu achten.

Dieser Folgetrieb zeigt sich bis zur 16. bis 20. Lebenswoche – also bis zu dem Alter, in dem aus dem süßen, hilflosen Hundebabys langsam halbstarke Junghunde heranwachsen.

Vom Hundebaby zum Pubertier

Die Zeiten des tapsigen Herumwackelns und zögerlichen Entfernens von Halter und heimischem Körbchen sind dann vorbei. Neugierig und ungestüm möchten die Hundekinder jetzt die große weite Welt erkunden. Je nach Temperament wird da der Radius, in dem sie das tun, schon größer.

Richtig spannend wird es natürlich dann, wenn die Geschlechtsreife einsetzt, im Hundehirn umfangreiche Umbaumaßnahmen stattfinden und viele Dinge, die Hund schon problemlos kannte und konnte auf einmal vergessen und unbekannt scheinen.

Eine Schleppleine muss her!

Spätestens hier denken viele Hundehalter über den Einsatz einer Schleppleine nach. Generell gilt: Es gibt keine pauschale Aussage, ab welchen Alter eine Schleppleine sinnvoll oder gar ein Muss ist. Wer mit seinem Welpen z.B. viel in Parks oder Wiesen in der Nähe von vielbefahrenen Radwegen oder Straßen unterwegs ist, nutzt vielleicht von Tag 1 aus Sicherheitsgründen eine leichte Schleppleine.

Auch gibt es Welpen, die von Anfang an so agil und unternehmungslustig sind (und die Definition des Folgetriebs ad absurdum führen), dass eine Schleppleine hier ab dem Welpenalter Sinn macht.

Genauso wie es Hunde gibt, die von Haus aus einen geringen Radius haben, auf ihren Halter achten und den Rückruf quasi mit der Muttermilch aufgesogen haben – und entsprechend nie eine Schleppleine benötigen.

Unerwünschtes Verhalten verhindern mit der Schleppleine

Sinnvoll ist es, eine Schleppleine möglichst aber vor dem Punkt einzusetzen, an dem der Hund unerwünschtes, jedoch hoch selbstbelohnendes Verhalten zeigt. Je häufiger ein Hund mit einem bestimmtem Verhalten Erfolgserlebnisse (Erfolg heißt in dem Fall: Er konnte das Verhalten ausführen) verbuchen konnte, desto schwieriger wird es, das Verhalten wieder in erwünschte Bahnen zu lenken.

Beispiel Jagdtrieb: Unter „Erfolg“ in diesem Zusammenhang verstehen wir nicht, dass der Hund ein Beutetier getötet haben muss, damit die Jagd für ihn erfolgreich war. Die Tätigkeit allein, das Spurensuchen, das Hetzen eines Beutetieres, wirken durch die dabei ausgeschütteten Hormone auf den Organismus des Hundes belohnend.

Entsprechend macht es Sinn, den Hund nicht oder nicht übermäßig die Erfahrung machen zu lassen, dass er sich ohne seinen Menschen jagenderweise selbst belohnen kann. Analog gilt das z.B. auch für das Fressen von Unrat, das Verbellen und Stellen von Menschen, das unhöfliche Zustürmen auf andere Hunde, etc.

Um an solchen Problemen trainieren zu können, bzw. um solchem Verhalten vorzubeugen, empfiehlt sich der Einsatz einer Schleppleine.

Kurzer Exkurs: Management vs. Training

Hier gibt es dann tatsächlich zwei Herangehensweisen: Ich kann mit der Schleppleine reines Management bzw. Gefahrenabsicherung betreiben: Immer, wenn ich irgendwo ein für meinen Hund interessantes Jagdobjekt vermute, nehme ich die Schleppleine kurz und führe den Hund vorbei. Der Lerneffekt für den Hund hierbei? Null.

Oder ich trainiere: Übe außerhalb von aufregenden Situationen ein Alternativverhalten ein, trainiere, was der Hund machen soll, anstatt Wild zu hetzen (z.B. sich hinsetzen und das Wild angucken) und belohne dieses Alternativverhalten entsprechend der Motivation des Hundes hochwertig. (In dem Fall vielleicht: Er darf ein Fellzergel statt des echten Wildes hetzen.)

Die Unterscheidung Management und Training ist ganz wichtig für diejenigen, die glauben, die Schleppleine sei so eine Art Wundermittel und der Hund müsse nur eine Zeit lang an der Schleppleine laufen, damit sich Probleme von alleine lösen. Ganz so einfach ist es dann leider doch nicht – wie alle Hilfsmittel in vielen Bereichen des Lebens muss auch die Schleppleine sinnvoll angewandt werden.

Welche Schleppleine soll es denn sein?

Wenn Sie sich nun aus welchen Gründen auch immer dafür entschieden haben, für ihren Welpen oder Junghund eine Schleppleine zu besorgen, gibt es ein paar Dinge, die Sie beachten sollten.

Schleppleine aus Wäscheleine selber machen
Schleppleine oder Hausleine aus Wäscheleine selber machen
    1. Benutzen Sie die Schleppleine bitte nur an einem Geschirr. Es wird sich nicht vermeiden lassen, dass der Hund gelegentlich „in die Leine läuft“, d.h. er mit einem leichten Ruck gestoppt wird, weil die Leine zu Ende ist. (Die Schleppleine ist nicht dafür gedacht, auf Distanz Leinenrucke zu erteilen oder den Hund wie an einer Angel zu sich zurückziehen zu können!)
    2. Die Schleppleine muss an das Gewicht des Hundes angepasst sein! Hier gilt: Die Schleppleine sollte so leicht wie möglich sein, der Hund soll sie im Grunde nicht wirklich spüren. Auch wenn Sie wissen, dass ihr Hund noch deutlich an Gewicht und Größe zulegt: Ein Welpe mit 5 kg kann nicht schon mit der Schleppleine laufen, die für ihn später als körperlich ausgewachsener 30-kg-Hund passend wäre. Leinenlänge und -gewicht und die Karabinergröße müssen auf das aktuelle Gewicht des Hundes abgestimmt sein.

Tipp: Wenn sie für einen kleinen, leichten Hund eine Übergangs-Schleppleine brauchen, basteln Sie sich selber eine aus einer handelsüblichen PVC-Wäscheschnur und einem in der Größe angemessenen Karabiner. In einer kurzen Variante gibt eine solche Konstruktion auch eine gute Hausleine ab.

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