Was ist Schleppleinentraining?

Bei welchen Problemen hilft eine Schleppleine?

Der Hund jagt, „hört nicht“, rennt immer zu anderen Hunden, verbellt Passanten und interessiert sich für alles andere auf der Welt, nur nicht für Frauchen? „Da muss Schleppleinentraining gemacht werden, heißt es da häufig.

Aber „Schleppleinentraining“ – was ist das eigentlich?

Die Schleppleine als Wundermittel?

Manchmal kommt es einem so vor, als würde die Schleppleine als wahres Wundermittel angepriesen – Schleppleine an den Hund (an’s Geschirr, bitte) und alle Probleme sind gegessen.

Schön wär’s, aber so einfach ist es leider nicht.

Schleppleine als Hilfsmittel!

Die Schleppleine ist in allererster Linie nur ein Hilfsmittel und kein Trainingswerkzeug an sich. An der Schleppleine kann bzw. könnte der Hund genauso jagen gehen, Fahrradfahrer anspringen und Artgenossen hinterherfetzen. Theoretisch. Praktisch sieht es dann so aus, dass am Ende der Schleppleine der Mensch einen gewissen Einfluss auf den Hund ausüben kann und verhindern kann, dass der Hund mit gewissen Verhaltensweisen „Erfolg“ hat.

Ein Hund, der bei Wildsichtung lossprintet, aber mit einer Schleppleine gesichert ist, kann beispielsweise also nicht den Erfolg des Hetzens auskosten.

Management vs. Training mit der Schleppleine

Unter Schleppleinentraining fällt das aber noch nicht – einen Hund am wegrennen mittels Schleppleine zu hindern, ist in erster Linie einmal „Management“ auf gut Deutsch: Verhindern, dass der Hund Mist bauen kann.

Das eigentliche Training setzt früher an. Um am Beispiel des Jagdtriebs zu bleiben, trainiert man hier z.B. gezielt Ruhe bei Wildgeruch, arbeitet am allgemeinen Grundgehorsam, an Impulskontrolle und Frusrationstoleranz, bringt dem Hund ein Umorientierungssignal bei, etc.

Schleppleinentraining heißt auch: Dort, wo der Hund das unerwünschte Verhalten zeigen könnte, muss mit der Schleppleine trainiert werden. Den Effekt, den man nämlich nicht haben möchte, ist eine gewisse „Leinenschläue“ beim Hund. Sobald er merkt, dass er immer mal wieder ohne (Schlepp-)Leine weiterhin sein eigenes Ding machen kann, wird er das auch tun.

Was will man mit Schleppleinentraining erreichen?

Da sollte man sich zunächst immer fragen. Viele Hundebesitzer haben sicherlich das Ziel, dass der Hund irgendwann einmal ohne Schleppleine frei laufen kann.

Es ist natürlich genauso legitim, die Schleppleine „lediglich“ als Management-Maßnahme zu nutzen, beispielsweise bei Hunden, wie z.B. Angsthunden, die immer eine Sicherung durch eine Leine benötigen, weil es für sie immer wieder Situationen geben kann, in denen sie sonst kopflos flüchten würden. Hier ist die Schleppleine eine gute Möglichkeit, dem Hund ein wenig gesichterten Freilauf zu ermöglichen.

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